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Bundesagentur für Arbeit:

Weiterbildung für (fast) alle

Quelle: Zeit online 

Die Agentur für Arbeit soll in Zukunft mehr Weiterbildungen fördern. Was heißt das für die Beschäftigten? Die wichtigsten Fragen zum Qualifizierungschancengesetz

Von Juli Katz 19. September 2019

Quelle ZEIT online

Weiterbildungen für alle?

Bisher wurden vor allem Weiterbildungen für Arbeitslose sowie für geringqualfizierte und ältere Beschäftigte gefördert. Das Bundeskabinett hat heute den Entwurf für ein Qualifizierungschancengesetz gebilligt. Der Gesetzentwurf aus dem Arbeitsministerium sieht vor, den Arbeitslosenbeitrag zu senken und Qualifizierungsmöglichkeiten für Beschäftigte auszubauen. Was bedeutet das für Menschen, die eine Weiterbildung brauchen oder machen möchten? Und wie stehen die Unternehmen zu dem geplanten Gesetz? Antworten auf die wichtigsten Fragen zu den Plänen von Arbeitsminister Hubertus Heil: 

Was ist das Qualifizierungschancengesetz überhaupt?

Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will mit dem Gesetz die Unternehmen und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dabei unterstützen, den digitalen Wandel zu meistern. Die zentralen Punkte des Qualifizierungschancengesetzes: Die Bundesagentur für Arbeit (BA) soll verstärkt Weiterbildungen fördern – einerseits durch mehr Beratung, andererseits durch Geld. Außerdem soll im Januar 2019 der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung sinken. Gleichzeitig soll es Kurzzeitbeschäftigten erleichtert werden, Arbeitslosengeld I zu beziehen. Finanziert werden sollen die Pläne von Heil mit den Rücklagen der Bundesagentur für Arbeit. Nach eigener Berechnung wird die Behörde bis zum Ende dieses Jahres Rücklagen in Höhe von 22,5 Milliarden Euro erreicht haben.

Wer profitiert von dem geplanten Gesetz?

Sowohl die Unternehmen als auch ihre Mitarbeiter. "Firmen bekommen besser ausgebildete Arbeitskräfte und die Arbeitnehmer werden individuell gefördert", sagt Thomas Kruppe vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Das stärke auch die Bindung von Mitarbeiterinnen an ihren Arbeitgeber. "So können Unternehmen erfahrene Beschäftigte halten, deren Qualifikation durch technischen Fortschritt entwertet wird", sagt Holger Bonin vom Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA).

Wer keine Weiterbildung braucht, muss in Zukunft zumindest weniger in die Arbeitslosenversicherung einzahlen. Der Beitrag sinkt um einen halben Prozentpunkt auf 2,5 Prozent des Bruttoeinkommens: 0,4 Prozentpunkte werden in das jetzige Gesetz geschrieben, 0,1 Prozentpunkte werden erst mal nur befristet bis Ende 2022 reduziert. Die Reduzierung der Beiträge entlastet auch die Unternehmen – laut Referentenentwurf für das Qualifizierungschancengesetz um 2,5 Milliarden Euro jährlich. Und wer seinen Job verliert, soll künftig leichter Arbeitslosengeld I bekommen: Bisher musste dafür innerhalb von zwei Jahren mindestens zwölf Monate in die Versicherung eingezahlt werden. Ab Januar 2020 reichen zwölf Monate innerhalb von 30 Monaten.

Wurden Weiterbildungen denn bisher nicht gefördert?

Doch, aber außer für Arbeitslose vor allem für geringqualifizierte und ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Diese Gruppen förderte die Bundesagentur für Arbeit bisher mit dem Programm WeGebAU. Mit dem Qualifizierungschancengesetz sollen in Zukunft auch andere Arbeitnehmer unterstützt werden – unabhängig von Ausbildung, Alter und Betriebsgröße. Grundsätzlich existieren viele Förderprogramme, ob vom Bund, den Ländern oder im Rahmen des Europäischen Sozialfonds. "Das breite Spektrum ist aber oft schwer durchschaubar für diejenigen, die eine Förderung haben wollen", sagt Kruppe vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung.

Ich möchte eine Weiterbildung machen. Wie gehe ich am besten vor?

Wer sich weiterbilden lassen will, muss sich an zwei Stellen wenden: an die Bundesagentur für Arbeit – und an den Chef oder die Chefin. Erstere entscheide dann nicht nur, ob eine Weiterbildung förderungswürdig ist, sondern hätte in Zukunft auch die Pflicht zur Beratung: Jeder, der sich für Weiterbildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten interessiert, hat dann einen gesetzlichen Anspruch darauf. Ein Rechtsanspruch, eine Weiterbildung finanziert zu bekommen, besteht allerdings nicht. Das kritisiert der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB): Annelie Buntenbach aus dem DGB-Bundesvorstand sagte der Neuen Osnabrücker Zeitung, nötig seien Rechtsansprüche nicht nur auf Weiterbildungsberatung, sondern auf Weiterbildung.

Ob die Weiterbildung stattfinden kann, entscheidet am Ende auch der Arbeitgeber: Er muss niemanden für den Zeitraum der Weiterbildung freistellen – anders als bei der Elternzeit zum Beispiel. "Der Arbeitnehmer ist auf den Gutwillen des Unternehmens angewiesen", sagt Kruppe.

Wer hat Anspruch auf Weiterbildungsförderung?

Gefördert werden sollen alle Arbeitnehmerinnen, deren Berufsabschluss mindestens vier Jahre zurückliegt und die nicht innerhalb der letzten vier Jahre an einer mit öffentlichen Mitteln geförderten Weiterbildung teilgenommen haben. Die Weiterbildung muss mindestens vier Wochen dauern und außerhalb des Unternehmens durchgeführt werden. Weiterbildungen für Selbstständige sind über das Qualifizierungschancengesetz grundsätzlich nicht vorgesehen. "Das ist auch nicht Aufgabe der Arbeitslosenversicherung", sagte eine Sprecherin des Arbeitsministeriums.

Ich möchte zur Yogalehrerin umschulen. Wird das in Zukunft auch als Weiterbildung gefördert?

Wohl eher nein. "Wirksame Qualifizierungsförderung ist kein Wünsch-dir-was", sagt Holger Bonin vom IZA. Wer sich am Bedarf vorbei weiterbilden möchte, müsse die Kosten dafür schon selbst tragen. Allerdings ist laut Experteneinschätzung noch offen, welche Maßnahmen am Ende gefördert werden: Wie die Agentur für Arbeit entscheide, hänge vom individuellen Bedarf ab – aber auch von der Beurteilung des Einzelfalls durch den Fallmanager.

Arbeitgebervertreter mahnen, dass nicht wahllos Weiterbildungen finanziert werden sollten: "Wir dürfen nicht wie in früheren Jahren eine Weiterbildungsindustrie fördern, die Beschäftigte unzureichend oder am Markt vorbei qualifiziert", sagte der Präsident des Verbands der Arbeitgeber in der Metallindustrie, Gesamtmetall, Rainer Dulger, dem Handelsblatt. Ähnlich äußerte sich der Präsident des Chemiearbeitgeberverbands BAVC, Kai Beckmann: "Töpferkurse in der Toskana dürfen nicht finanziert werden."

Wer bezahlt die Weiterbildungen?

Die Unternehmen und die Bundesagentur für Arbeit tragen gemeinsam die Kosten. In welchem Umfang die Firmen unterstützt werden, ist abhängig von der jeweiligen Betriebsgröße: Für Unternehmen mit unter zehn Mitarbeiterinnen übernimmt die Bundesagentur für Arbeit die Weiterbildungskosten zu 100 Prozent, bei zehn bis 250 Mitarbeitern bis maximal 50 Prozent. Größere Unternehmen werden mit bis zu 25 Prozent der Lehrgangskosten unterstützt. Weiterbildungen von Arbeitnehmern, die über 45 oder schwerbehindert sind und in einem Unternehmen mit bis zu 250 Mitarbeiterinnen arbeiten, können bis zu 100 Prozent bezuschusst werden. Außerdem beteiligt sich die Bundesagentur für Arbeit an den Lohnfortzahlungen für Mitarbeiter, die eine Weiterbildung machen.

51.000 offene Stellen für IT-Spezialisten
Quelle: bitcom
Anstieg der unbesetzten Stellen steigt um fast 20 Prozent innerhalb eines Jahres
70 Prozent der ITK-Unternehmen beklagen einen Fachkräftemangel
Am Mittwoch startet der IT-Gipfel mit den Schwerpunktthemen digitale Transformation und Bildung
Berlin, 14. November 2016 - Der Mangel an IT-Experten verschärft sich. Derzeit gibt es in Deutschland 51.000 offene Stellen für IT-Spezialisten, das entspricht einem Anstieg um fast 20 Prozent verglichen mit dem Vorjahr. Damals wurden 43.000 offene Stellen gezählt. Das ist das Ergebnis der aktuellen Studie zum Arbeitsmarkt für IT-Fachkräfte, die der Digitalverband Bitkom heute im Vorfeld des 10. Nationalen IT-Gipfels (16./17. November) vorgelegt hat. Bei der repräsentativen Umfrage wurden mehr als 1.500 Geschäftsführer und Personalverantwortliche von Unternehmen aller Branchen befragt. Sieben von zehn ITK-Unternehmen (70 Prozent) geben an, dass aktuell ein Mangel an IT-Spezialisten herrscht. Vor einem Jahr waren es erst 60 Prozent. „Der Fachkräftemangel hat die Marke von 50.000 Stellen übersprungen, Unternehmen aller Branchen suchen händeringend IT-Experten. Wir brauchen Digitalexperten, vom Software-Entwickler über den IT-Sicherheitsspezialisten bis zum IT-Berater, um die digitale Transformation in Deutschland erfolgreich gestalten zu können“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Der IT-Gipfel in Saarbrücken setzt mit digitaler Transformation und Bildung genau die richtigen Schwerpunkte.“

20.500 unbesetzte Stellen finden sich in Unternehmen der IT- und Telekommunikationsbranche. Vor allem Softwareanbieter und IT-Dienstleister sind auf der Suche, bei ihnen gibt es alleine 17.400 Vakanzen. 2.200 Experten werden bei Unternehmen gesucht, die IT-Hardware und Kommunikationstechnik oder Unterhaltungselektronik anbieten. 900 freie Stellen gibt es bei den Anbietern von Telekommunikationsdiensten. Dabei suchen die Unternehmen vor allem Software-Experten. 6 von 10 Digitalunternehmen (60 Prozent), die freie Stellen für IT-Spezialisten haben, suchen Software-Entwickler. Bei ihnen ist vor allem Know-how rund um Big Data (47 Prozent der Unternehmen, die Software-Entwickler suchen), Cloud Computing (40 Prozent) sowie Apps (36 Prozent) gefragt. Kräftig gestiegen ist die Nachfrage nach Entwicklern mit Kenntnissen rund um Industrie 4.0 – diese werden von 35 Prozent der Unternehmen mit Stellen für Entwickler nachgefragt, vor einem Jahr lag der Anteil nur bei 23 Prozent.
Neben Software-Entwicklern suchen die ITK-Unternehmen verstärkt IT-Berater (21 Prozent der Unternehmen, die unbesetzte IT-Stellen haben), vor einem Jahr waren es nur 14 Prozent. „Die weiterhin hohe Nachfrage nach Entwicklern und der steigende Bedarf an IT-Beratern spiegelt die Digitalisierung der Wirtschaft wider. ITK-Unternehmen helfen Unternehmen aus allen anderen Branchen dabei, ihre Geschäftsprozesse und Geschäftsmodelle zu digitalisieren“, so Rohleder. Gefragt sind darüber hinaus Anwendungsbetreuer und Administratoren (21 Prozent) sowie IT-Sicherheitsexperten (17 Prozent).

Bei den Anwenderunternehmen sind aktuell 30.500 Stellen für IT-Experten unbesetzt. Dabei geht die Nachfrage nach Anwendungsbetreuern und Administratoren zurück (von 44 Prozent auf 37 Prozent der Unternehmen mit offenen IT-Stellen), der Bedarf an Software-Entwicklern steigt dagegen weiter (von 27 Prozent auf 31 Prozent). „Unternehmen aus traditionellen Branchen entwickeln sich zu Digitalunternehmen, die verstärkt entsprechende Kompetenzen benötigen und qualifizierte Mitarbeiter suchen“, so Rohleder. Daneben suchen Anwenderunternehmen verstärkt IT-Sicherheitsexperten (17 Prozent) sowie IT-Berater (14 Prozent).

Zum 10. Nationalen IT-Gipfel in Saarbrücken werden am Mittwoch und Donnerstag mehr als tausend Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft erwartet. Neben Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, der saarländischen Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer, mehreren Bundes- und Landesministern sowie Staatssekretären werden zahlreiche Top-Manager, Unternehmer und Start-up-Gründer der Bitkom-Branche erwartet. Unter anderem wird anlässlich des Gipfels die Initiative zu digitalen Hubs in Deutschland vorgestellt sowie die erste „Smart School“ eröffnet.

Eine Präsentation zur Lage auf dem Arbeitsmarkt für IT-Spezialisten finden Sie hier zum Download.

Methodik: Im Auftrag des Bitkom hat Bitkom Research 1.534 Geschäftsführer und Personalleiter von Unternehmen ab 3 Mitarbeitern aller Branchen befragt. Die Umfrage ist repräsentativ für die Gesamtwirtschaft in Deutschland.

Weiterbildungsprämien
Quelle: Bundesagentur für Arbeit
Wenn Sie ab dem 1.8.2016 mit einer Umschulung beginnen, können Sie Weiterbildungsprämien erhalten. Die Prämien werden für das Bestehen von Zwischen- und Abschlussprüfungen gezahlt:

Die Prämie für das Bestehen der Zwischenprüfung beträgt 1.000 Euro. Voraussetzung ist, dass in den jeweiligen Berufsgesetzen oder Ausbildungsverordnungen eine Zwischenprüfung festgelegt ist. In Berufen mit gestreckter Abschlussprüfung (z.B. im Bereich der industriellen Metall- und Elektroberufe) gilt für die Prämienzahlung der erste Teil der Abschlussprüfung als Zwischenprüfung. Die Prämie für das Bestehen der Abschlussprüfung beträgt 1.500 Euro. Um die Prämie zu erhalten, müssen Sie Ihrer Agentur für Arbeit einen Nachweis über das erfolgreiche Bestehen einer Zwischen- und Abschlussprüfung vorlegen (z.B. durch Vorlage einer Zeugniskopie). Berücksichtigen Sie aber bitte, dass eine Prämienzahlung nur möglich ist, wenn die Umschulung in einem Ausbildungsberuf erfolgt, für den eine Ausbildungsdauer von mindestens zwei Jahren festgelegt ist.
 
Quelle: Statistisches Bundesamt Pressemitteilung
Bildung ist entscheidend für Integration von Migrantinnen und Migranten
Datenreport 2016 – Sozialbericht für Deutschland erschienen

WIESBADEN/BERLIN – Migranten in Deutschland sind mit 35,4 Jahren deutlich jünger als Menschen ohne Migrationshintergrund (46,8 Jahre). Es gibt mehr Ledige unter ihnen, mehr Menschen in Ausbildung und weniger im Rentenalter. Zuwanderer in Deutschland sind aber auch geringer gebildet, seltener erwerbstätig, sie verdienen weniger und sind eher von Armut bedroht. Dabei gibt es große Unterschiede zwischen den Migrantengruppen. Deutlich ist der Einfluss der Bildung. Auch für Migrantinnen und Migranten gilt: Mit höherem Bildungsstand verbessern sich ihre Chancen am Arbeitsmarkt, sie erzielen höhere Einkommen und ihr Armutsrisiko sinkt. 

Dieses Bild zeichnet der heute in Berlin vorgestellte „Datenreport 2016 – ein Sozialbericht für die Bundesrepublik Deutschland“. Statistiker und Sozialforscher haben darin Zahlen und Befunde zu wichtigen Lebensbereichen zusammengestellt, unter anderem auch zu Migration und Integration. Der Datenreport wird herausgegeben vom Statistischen Bundesamt (Destatis), der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb, dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) und dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). 

Je besser qualifiziert, umso seltener erwerbslos 

65 % der 15- bis 64-Jährigen mit Migrationshintergrund waren 2014 erwerbstätig – 11 % weniger als in der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund (76 %). Der Anteil der Erwerbslosen war bei der Bevölkerung mit Migrationshintergrund (7 %) deutlich höher als bei der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund (4 %). Dies lag vor allem an der hohen Erwerbslosigkeit der Migranten aus Gastarbeiter-Anwerbeländern (7 %) und aus Drittstaaten (8 %). Dabei hängen berufliche Qualifikation und Erwerbslosigkeit eng zusammen. Der Erwerbslosenanteil von Personen ohne berufsqualifizierenden Abschluss lag in der Bevölkerung mit Migrationshintergrund bei 10 % und ohne Migrationshintergrund bei 11 %. Mit steigender beruflicher Qualifikation sinkt das Risiko der Erwerbslosigkeit.

Bildung zahlt sich beim Einkommen aus 

Die Bedeutung von Bildung zeigt sich auch beim Einkommen: 2014 verdienten Zuwanderer mit niedrigem Bildungsabschluss 272 Euro weniger als jene mit mittlerem Abschluss, diese wiederum 683 Euro weniger als solche mit hohem Abschluss. Bei Menschen ohne Migrationshintergrund betrugen die Unterschiede 311 Euro und 963 Euro. 

Ältere Migranten besonders von Armut betroffen 

Zum ersten Mal berichtet der Datenreport über die Lebenssituation älterer Migranten. 2013 waren 4,1 Millionen von ihnen mindestens 50 Jahre alt. Die Lebensverhältnisse dieser „Generation 50+“ sind stark durch ihre Bildungs- und Ausbildungsbiografien geprägt. Unter den älteren Migranten aus Gastarbeiter-Anwerbeländern hatten fast zwei Drittel keinen berufsqualifizierenden Abschluss, nur 50 % gehen noch einer Beschäftigung nach. Über ein Viertel bezieht bereits eine Rente, meist aufgrund von Erwerbsunfähigkeit. Entsprechend hoch ist die Armutsquote: Knapp ein Viertel der 50- bis 64-Jährigen und gut ein Drittel der über 65-Jährigen sind armutsgefährdet. Damit ist ihr Armutsrisiko deutlich höher als das der gleichaltrigen Bevölkerung ohne Migrationshintergrund (11 % der 50- bis 64-Jährigen und 12 % der über 65-Jährigen). Etwas besser ist die Lebenssituation der älteren (Spät-)Aussiedler: Drei Viertel der 50- bis 64-Jährigen besitzen einen Berufsabschluss, drei Viertel gehen noch einer Erwerbstätigkeit nach. Trotzdem ist auch bei ihnen die Armutsquote mit 18 % vergleichsweise hoch. 

Migranten sind zufriedener und optimistischer 

Migranten sind häufiger von Armut betroffen. So überrascht es nicht, dass sie ihren Lebensstandard und ihr Haushaltseinkommen schlechter bewerten als Menschen ohne Migrationshintergrund. Fragt man Migranten jedoch nach ihrer Zufriedenheit mit ihrem Leben im Allgemeinen, sind sie nicht überdurchschnittlich unzufrieden. Im Gegenteil: Sie sind sogar etwas zufriedener als die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund und blicken optimistischer in die Zukunft. Ihre Lebenszufriedenheit in fünf Jahren schätzen sie sogar deutlich besser ein als Menschen ohne Migrationshintergrund.

Zugänge und Strukturen zu Bildungsangeboten für Migranten schaffen 

Migranten und ihre Nachkommen nehmen in unterschiedlicher Weise und Ausprägung am gesellschaftlichen Leben teil, und zwar abhängig von sozialen und rechtlichen Rahmenbedingungen. Außerdem ist die gesellschaftliche Teilhabe stark davon beeinflusst, wie durchlässig die Gesellschaft für Migranten ist. Integration darf demnach nicht als einseitiger Prozess betrachtet werden. Die Aufgabe der politischen Bildung ist es im Sinne einer beiderseitigen Integration, Angebote für Menschen mit Migrationshintergrund zu liefern und gleichzeitig daran mitzuarbeiten, die in Teilen der Gesellschaft herrschenden Vorurteile abzubauen. 

Begriffserläuterungen zum Thema Migration und Integration finden Sie im Themenbereich.

Quereinsteiger haben in der IT nur noch geringe Chancen
29.09.2015

Quereinsteiger ohne einen IT-nahen Hochschulabschluss oder eine entsprechende Berufsausbildung haben es zunehmend schwer. Während derzeit noch rund jede vierte IT-Fachkraft in den IT- und Telekommunikationsunternehmen über keine fachspezifische Ausbildung verfügt, wird der Anteil dieser Quereinsteiger bis 2020 auf 11 Prozent sinken. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage unter mehr als 700 Geschäftsführern und Personalverantwortlichen aus ITK-Unternehmen im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.„Bislang hat die IT-Branche auch für Quereinsteiger gute Chancen geboten. Angesichts immer komplexerer Systeme und Technologien, die Cloud, Big Data und Mobile unter einen Hut bringen und die IT-Sicherheit und Datenschutzanforderungen von vornherein mit berücksichtigen müssen, gehören diese Zeiten allerdings mehr und mehr der Vergangenheit an“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Gut ausgebildete Fachkräfte und Berufseinsteiger haben beste Berufschancen in der IT-Branche.“ Die ITK-Unternehmen in Deutschland beschäftigten aktuell fast eine Million Menschen, in den vergangenen fünf Jahren sind 125.000 neue Arbeitsplätze entstanden.

Die Unternehmen rekrutieren verstärkt Bewerber mit einem IT-Hochschulabschluss wie Informatik oder Wirtschaftsinformatik. Während bislang jeder vierte IT-Spezialist in den Unternehmen (25 Prozent) über einen solchen Abschluss verfügt, soll der Anteil bis 2020 auf 35 Prozent steigen. Auch der Anteil der Fachkräfte mit einer dualen IT-Ausbildung soll leicht von 34 auf 39 Prozent steigen. Weitere 14 Prozent werden voraussichtlich über einen sonstigen Hochschulabschluss wie etwa Wirtschaftswissenschaften verfügen.Quelle: BITKOM

Kontakt
Andreas Streim
Bitkom e.V. - Pressesprecher
Tel.: 030.27576-112
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Web: www.bitkom.org

Wie viele Informatiker braucht die Wirtschaft?

Mit großer Regelmäßigkeit beklagt vor allem der Branchenverband BITKOM den Fachkräftemangel im IT-Bereich. Klicken Sie den Link Der Arbeitsmarkt für IT-Fachkräfte (Quelle BITCOM) für weiter Informationen an. Es lohnt sich!

Landesprogramm Arbeit Aktion C 4 - Weiterbildungsbonus
Quelle: Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) 

Eine gute Nachricht für alle Beschäftigten, Freiberufler, Inhaber von Kleinstbetrieben und Auszubildende in Schleswig-Holstein, die sich weiterbilden möchten: Am 3. November 2014 ist der "Weiterbildungsbonus Schleswig-Holstein" mit neuen Förderbedingungen an den Start gegangen. Damit werden bis zur Obergrenze von 2.000 Euro 50 % der Seminarkosten übernommen, wenn dies zuvor bei der Investitionsbank Schleswig-Holstein beantragt und bewilligt wurde. Die andere Hälfte der Kosten zahlt der Arbeitgeber.

"Wir stellen für den Weiterbildungsbonus aus dem Landesprogramm Arbeit zwischen 2014 und 2020 erneut 7 Mio. Euro zur Verfügung“, sagte Wirtschaftsstaatssekretär Frank Nägele heute (3. November) bei der Vorstellung des Weiterbildungsbonus in Kiel, "und damit genauso viel wie in der letzten Förderperiode – und das obwohl wir insgesamt weniger Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) zur Verfügung haben." Mit dem Weiterbildungsbonus solle die Weiterbildungsbeteiligung in Schleswig-Holstein gesteigert werden, so Nägele: "Für uns ist Weiterbildung nach wie vor die erste Antwort auf den Fachkräftebedarf – und damit ein wichtiger Baustein für die Zukunftsfähigkeit des Landes."

Rechtsgrundlagen - Bitte beachten Sie auch die weiteren zuwendungsrechtlichen Voraussetzung

Rahmenrichtlinie Prioritätsachse C
erstellt am 02.04.2014 [136.84 KB]
Ergänzende Förderkriterien C4
erstellt am 03.11.2014 [92.09 KB]
Antragsformulare
Häufig gestellte Fragen und deren Antworten
erstellt am 03.11.2014 [113.54 KB]
Antragsformular für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Aktion C4 Weiterbildungsbonus
erstellt am 19.06.2015 [232.15 KB]
Antragsformular für Freiberufler und Inhaber von Kleinstbetrieben Aktion C4 Weiterbildungsbonus
erstellt am 19.06.2015 [188.74 KB]
Informationen zum Datenschutz Aktion C4 Weiterbildungsbonus
erstellt am 12.06.2015 [38.88 KB]